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Grundsicherung oder Arbeit? Was bleibt wirklich mehr?

Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) im Vergleich zum Job: was nach Miete, Mobilität und Rundfunkbeitrag übrig bleibt – und was jede Arbeitsstunde effektiv mehr bringt.

Ohne Arbeit – Grundsicherung

Pauschale für Alleinstehende, 2026 unverändert 563 €
Fahrten sind mit dem Regelbedarf abgegolten – meist kein Arbeitsweg

Mit Arbeit

Mindestlohn 13,90 € × 173,3 Std. = 2.409,33 € brutto
Arbeitsweg: Ticket oder Auto (Leasing/Wertverlust, Sprit, Versicherung) – ein Auto kostet rund 300 €

Ab 400 € brutto statt 100 € Grundfreibetrag: 30 € Versicherungspauschale + nachgewiesene Fahrtkosten (Auto oft nur 0,20 € je Entfernungskilometer)

inkl. Heizung und Nebenkosten – mit Arbeit zahlen Sie sie selbst
Kosten der Unterkunft nur in angemessener Höhe – siehe Hinweis unten
mit Grundsicherung befreit – eine echte Ersparnis

Ohne Arbeit verfügbar

563,00 € mtl.

Mit Arbeit verfügbar

798,11 € mtl.

Mehr durch Arbeit

+ 235,11 € mtl.

effektiv 1,36 € je Arbeitsstunde

Effektives Netto im Vergleich

Was nach Miete, Mobilität und Rundfunkbeitrag pro Monat zum Leben bleibt

pro MonatGrundsicherungArbeit
40 Std./Woche
Nettolohn–+ 1.716,47 €
Regelbedarf+ 563,00 €–
Kosten der Unterkunft+ 600,00 €–
Aufstockendes Grundsicherungsgeld––
Warmmiete− 600,00 €− 600,00 €
Mobilität–− 300,00 €
Rundfunkbeitragbefreit− 18,36 €
Effektiv verfügbar563,00 €798,11 €

Ohne Arbeit zahlt das Jobcenter auch die Kranken- und Pflegeversicherung. Mit Arbeit sind Lohnsteuer und Sozialabgaben bereits vom Nettolohn abgezogen (2.409,33 € brutto, Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich versichert, 2026).

Was Arbeit wirklich mehr bringt

Differenz zwischen beiden Varianten – umgerechnet auf jede Arbeitsstunde

Mehr pro Monat

+ 235,11 €

+ 2.821 € im Jahr

Arbeitszeit

173,3 Std.

pro Monat (40 Std. × 52 Wochen ÷ 12)

Stundenlohn

13,90 €

brutto · 9,90 € netto je Stunde

Effektiver Stundenlohn

1,36 €

mehr je Stunde als ohne Arbeit

Arbeit lohnt sich finanziell nur wenig: Der Lohn ersetzt vor allem Regelbedarf und Miete, die es sonst vom Jobcenter gäbe, und der Arbeitsweg kostet extra.
Von 1.716,47 € Nettolohn bleiben 235,11 € als echtes Plus – das sind 14 %. Der Rest ersetzt Leistungen, die es ohne Arbeit vom Jobcenter gäbe, oder geht für Arbeitsweg und Rundfunkbeitrag drauf.

So rechnet der Vergleich

Kosten der Unterkunft (KdU)

Das Jobcenter übernimmt Miete und Heizung nur in angemessener Höhe – die Grenze legt jede Kommune selbst fest. Im ersten Jahr des Bezugs (Karenzzeit) zählt die tatsächliche Miete, seit 1. Juli 2026 aber höchstens das 1,5-Fache der örtlichen Grenze; Heizkosten werden sofort geprüft. Danach fordert das Jobcenter Sie auf, die Kosten zu senken. Was darüber liegt, zahlen Sie aus dem Regelbedarf.

Lohn und Aufstockung

Deckt der Lohn Ihren Bedarf (1.163,00 €: Regelbedarf plus anerkannte Miete) nicht, stockt das Jobcenter auf. Anrechnungsfrei bleiben 100 € Grundfreibetrag sowie 20 % des Bruttolohns von 100 bis 520 €, 30 % von 520 bis 1.000 € und 10 % von 1.000 bis 1.200 € (§ 11b SGB II) – höchstens 348 €. Bei Ihrem Lohn: 348,00 €.

Rundfunkbeitrag und Mobilität

Wer Grundsicherungsgeld bezieht – auch als Aufstocker –, wird auf Antrag vom Rundfunkbeitrag (18,36 €) befreit. Die Kosten für den Arbeitsweg tragen Sie mit Arbeit selbst; das Deutschlandticket kostet 2026 63,00 €. In der Steuererklärung bringt die Entfernungspauschale bei Mindestlohn meist wenig, weil der Arbeitnehmer-Pauschbetrag schon berücksichtigt ist.

Was der Vergleich nicht zeigt

  • Wohngeld: Bei hoher Miete kann es mit Arbeit vorrangig zustehen und den Abstand vergrößern.
  • Rente: Nur mit Arbeit erwerben Sie Rentenansprüche; Arbeitslosengeld I gibt es nur nach versicherter Beschäftigung.
  • Mehrbedarfe, einmalige Leistungen und Sozialtarife (z. B. Sozialticket) ohne Arbeit.
  • Pflichten: Wer zumutbare Arbeit ablehnt, verliert seit Juli 2026 den Regelbedarf für mindestens einen Monat.

Alleinstehende Person ohne Kinder und ohne anrechenbares Vermögen. Lohn nach Lohnsteuer und Sozialabgaben 2026 (Steuerklasse I, durchschnittlicher Zusatzbeitrag, Berlin). Regelbedarf 2027 noch nicht festgelegt.